Supermärkte steigen ins Baugeschäft ein

Aktualisiert: März 5


Die Wohnungsnot in den Großstädten Deutschlands wird immer größer. Supermärkte wie Aldi, Lidl und REWE steigen ins Baugeschäft ein und sollen dazu beitragen den Wohnungsbedarf zu decken, indem sie auf ihre meist einstöckigen Märkte mehrere Wohnungen bauen.



Wohnungen auf Supermärkten


Der Hauptgrund für den Wohnungsbau der Supermärkte ist die Wohnungsnot in den Großstädten. Um den Bedarf zu decken müssten jedes Jahr mindestens 350.000 neue Wohnungen gebaut werden, im Jahr 2017 wurden jedoch nur 285.000 Wohnungen fertiggestellt. Daher gilt eine Einzelhandelsimmobilie mit nur einem Geschoss in den größten Städten Deutschlands inzwischen als Platzverschwendung. Aus diesem Grund wurde u. a. ein REWE-Markt in Frankfurt abgerissen. An die Stelle wurde ein neuer REWE-Markt mit 27 Wohnungen auf dem Dach und einer Tiefgarage gebaut, um die Fläche optimal zu nutzen. Allerdings ist nicht jeder Standort für den Wohnungsbau geeignet. Zum Beispiel ist es in der Nähe von stark befahrenen Bahnstrecken wegen des hohen Lärmpegels nicht sinnvoll Wohnungen zu bauen. In Industriegebieten ist dies durch die Bauordnungen sogar verboten. Hier können jedoch Arztpraxen, Gastronomie, Hotels oder Büros als Alternative dienen. In einem Ortsteil von Nürnberg hat der Lebensmittelhändler Norma eine Kita auf das eigene Flachdach gebaut.


Bedarf an größerer Verkaufsfläche


Ein weiterer Grund für die Supermärkte ins Baugeschäft einzusteigen, ist der eigene Bedarf an größeren Ladenflächen. Durch veränderte Kundenwünsche, wie breitere Gänge und eine größere Auswahl, müssen die Märkte vergrößert werden. Deshalb sollen die neuen Discounter statt 800 m² nun eine Verkaufsfläche von 1.200 m² bekommen.


Die meisten Projekte planen derzeit die Discounter Aldi und Lidl. In den kommenden Jahren will Lidl 2.000 Wohnungen u. a. in Hamburg, München Frankfurt, Berlin und Düsseldorf entstehen lassen. Auch Aldi will an mindestens 30 Standorten über 2.000 Wohnungen bauen, vor allem in Berlin. Aldi Nord hat sich in Berlin zudem freiwillig verpflichtet 30 % der neuen Wohnungen als Sozialwohnungen mit einem Mietpreis von 6,50 €/m² zur Verfügung zu stellen. Doch auch bei den restlichen Wohnungen soll die Miete nicht teurer als 10 €/m² sein.


Allerdings steigen die Supermärkte nicht vollkommen freiwillig in das Baugeschäft ein. Wegen des Bedarfs an großer Verkaufsfläche stehen die Märkte unter hohem politischem Druck. Durch den Bau von gemischt genutzten Immobilien erhalten die Handelsketten vermutlich leichter eine Baugenehmigung in den Großstädten. Außerdem besitzen viele Discounter Grundstücke die nachverdichtet werden können. Bei der Nachverdichtung werden u. a. auf die freien Grünflächen zwischen Gebäuden weitere Immobilien gebaut. Letztendlich bleibt es abzuwarten ob sich die Wohnungen auf den Supermärkten rentieren.


Autor: Johanna Kirchmann, Mitarbeiterin Content Management


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